Kameras und Gedanken dazu. Von einem Noob für Noobs.
English version at the bottom of the page.

In einem Gespräch mit der lieben Christina Key brachte sie mich auf die Idee, einen Beitrag zur analogen Fotografie und der Filmentwicklung zu schreiben. Meine Bedenken, „ich bin doch noch gar nicht so lange dabei und nicht Profi genug anderen etwas beibringen zu können“, hat sie schnell verfliegen lassen. Hier ist also der erste Part.

Wo sollen wir anfangen?

Wie auch mein letzter „Off-Topic“-Beitrag, soll dieser hier so wenig trocken wie möglich werden. Bitte erwartet keine technisch korrekten Ausführungen zur analogen Fotografie oder den Kameras, etc. Ich gebe euch einfach, ganz in der Manier eines Tagebuchs, Einblicke in meine Erfahrungen mit der analogen Fotografie.

Canon AE-1

Spiegelreflex, 35mm

Ein viel genutzter Klassiker. Hilfreich für Anfänger: Man findet viele Tutorials dazu auf Youtube und wird somit nicht alleine gelassen. Das Film einlegen ist einfach, wie auch das Film zurück spulen. Die Kamera kann man für einen sehr guten Preis online finden und auch Doppelbelichtungen kann man damit zum Beispiel sehr einfach umsetzen. Außerdem gibt es etliche Objektive zu einem guten Preis. Sie benötigt eine 4LR44, 6V Batterie, die gibt es für rund 4€ zu kaufen und hält sich wirklich lange. Filme dafür gibt es z.B. noch bei DM. Sie ist klein und handlich und lässt sich einfach überall mit hin nehmen. Eine tolle Kamera für den täglichen gebrauch.

Fakten: Spiegelreflex, preisgünstig, FD-Bajonett, eingebauter Belichtungsmesser

Yashica Mat-124G

Mittelformat

Sind wir mal ehrlich, Twin-Lens Reflex Kameras sind einfach verdammt sexy. Die wohl bekannteste davon ist die Rolleiflex 6×6. Die Yashica-Mat ist eine günstigere Version davon. Der Preis liegt im Schnitt bei 220 €. Man sollte sich also gut überlegen, ob es einem das Wert ist. Dennoch ist sie damit eine relativ günstige Mittelformat Möglichkeit.
Will man für Portraits nah ran wird es ohne Nahlinsen schwierig bis unmöglich. Die Nahlinsen gibt es anscheinend nur selten. Außerdem ist das Bild, das man im Sucher sieht, gespiegelt. Sie hat einen eingebauten Belichtungsmesser für den man eine nicht mehr erhältliche Batterie benötigt. Für ca. 14€ bekommt man einen Adapter um andere Batterien dafür zu verwenden. Relativ sperrig aber auch relativ leicht, deshalb eigentlich schon für Reisen geeignet.

Fakten: keine Batterie, Objektive nicht wechselbar, eingebauter Belichtungsmesser, quadratisches Bildformat

Pentax 6×7

Mittelformat

Wie der Name schon sagt haben die Fotos eine Größe von 6×7. Es gibt einige Versionen der Kamera (67ii, 6×7,…). Die 67 ist eine der neueren Versionen der Kamera. Meiner Recherche nach sind die neueren Versionen verlässlicher. Einen tollen „Buying Guide“ gibt es dazu hier.
Die wohl ungeeignetste Kamera für Reisen und dennoch die, die ich immer wieder mitnehme. Sie ist unglaublich schwer und sperrig. Im Gegensatz zu anderen alternativen aber auch relativ kompakt. Es gibt verschiedene Objektive. Mein Favorit ist das Takumar 105mm. Wunderschön! Die Kombination benutze ich häufig bei Shootings.
Sie bewegt sich eher in einer höheren Preisklasse, deshalb lohnt es sich sie aus Japan zu importieren. Ihr müsst jedoch aufpassen und euch einen seriösen Händler suchen (sollte nicht als „Geschenk“ verschickt werden, Zollkosten sind überschaubar).

Fakten: benötigt Batterie, Wechselobjektiv, sehr schwer, wunderschöne Ergebnisse, Sucher austauschbar

Leica M2

Messsucher, 35mm

Zu guter letzt noch eine Kamera aus der Königsklasse. Die Leica M2 ist (wahrscheinlich) die günstigste Leica die ihr bekommen könnt, für ca. 1000€. Objektive dafür können allerdings wieder relativ teuer sein, die Auswahl ist jedoch groß. Ich selbst habe noch nicht viel damit austesten können. Allerdings fällt stark auf, wie sehr sich das scharf stellen dabei von den anderen vorgestellten Kameras unterscheidet. Es braucht deutlich länger und mehr Übung. Außerdem ist sie sehr leise, klar ein Pluspunkt. Als Belichtungsmesser gibt es den so genannten „Leica-Meter“, diese scheinen für mich aktuell doch eher kompliziert einzusetzen.

Fakten: keine Batterie, Wechselobjektiv, kein Belichtungsmesser

Hasselblad & Mamiya

Tolle und oft verwendete Mittelformat Kameras sind auch die beiden. Lange habe ich überlegt mir eine Hasselblad Kameras zuzulegen. Dennoch bewegen sich die beiden in einem höheren Preissegment. Dazu bestehen sie aus verschiedenen Komponenten und es erschien mir ein wenig wie ein Faß ohne Boden. Natürlich hat man damit auch viele Möglichkeiten (z.B. Polaroid Rückteil, Film zwischendurch wechseln,…) aber für mich hat sich das erledigt. Ich habe meinen „perfect fit“ für Mittelformat gefunden (Pentax 67, Liebe!).

Spaßkameras

Ja gut, alle Kameras machen Spaß, also zumindest sollten sie das. Aber es gibt natürlich auch Kameras die man wirklich nur zum Spaß hat, zum knipsen eben. Dennoch will ich hier noch kurz zwei besonders spaßige vorstellen. Eine davon ist die Polaroid Kamera, klar kennt jeder und darauf muss ich gar nicht weiter eingehen.
Welche ich euch aber vorstellen möchte ist die Pop9 Kamera / 3D Kamera. Sie ist von Lomography und somit eine neuere Kamera. Es gibt auch ältere Alternativen wie zum Beispiel die „Nimslo“ diese sind allerdings relativ teuer. Auch von Lomography gibt es eine andere alternative. Mit der Pop 9 könnt ihr die so genannten „Wiggle Pics“ machen. Es ist relativ schwierig mit ihr den Frame zu bekommen, den man sich vorstellt, dennoch sind die Ergebnisse wirklich sehr spaßig. Sie hat 9 Objektive und nimmt somit 9 Frames auf. Ihr könnt die Animation dann zusammenstellen wie ihr wollt (hoch – runter, rechts – links, alles,…).

Wie geht es jetzt weiter?

Fazit des ersten Teils: Wollt ihr erst einmal ausprobieren ob analoge Fotografie etwas für euch ist, würde ich euch empfehlen mit einer Canon AE-1 (oder ähnlich, z.B. von Minolta) zu beginnen und auszutesten. Falls der Mittelformat Look (ja, meiner Meinung nach gibt es ihn) direkt euer Ding ist, kann ich euch aber auch empfehlen damit zu beginnen (so habe ich es auch gemacht, es hat sich bestätigt das ich lieber Mittelformat als Kleinbild fotografiere).

In Pt. II

  • Unterschiede von 35mm und Mittelformat (rein pragmatisch und emotional)
  • Belichtung messen ohne Investition
  • Unterschiede von Filmen (Fomapan, Ilford,…)

In Pt. III

  • Entwickeln von Schwarz-Weiß-Film (inkl. Tricks)

English version

Where should I start?
Like my last „off-topic“ post, this one will be not technical as well. Please don’t expect technical data about the cameras or their usage. Just like in a diary I want to give you insight about my experience with these cameras. 
Canon AE-1SLR, 35mm
A very often used classical camera. Very helpful for beginners: There are a lot of youtube tutorials about how to use it, so you won’t feel lost. Loading and unloading film is very easy. Also you can get the camera for very cheap. It’s also easy to take double exposure shots with it.  There are also a lot of lens options you can get for a good price. You will need a 4LR44 battery which you can get for around 4€ online. The battery lasts very long, I don’t think I ever had to change it so far (1 year). It’s a small camera that’s easy to carry. It has an inbuilt lightmeter.

Yashica Mat-124G Medium Format
Let’s be honest, twin lens reflex cameras are damn sexy. The most known might be the Rolleiflex 6×6. The Yashica is a cheaper version of it. The price average is about 220€. So it’s worth thinking twice if you really want to shoot with it. If you want to shoot close portraits, I wouldn’t recommend it. Without the close up filter lens it’s nearly impossible to get a close shot. The close up filter are very hard to find. It has an inbuilt light meter but I don’t use it. It needs a battery that is not available anymore but you can get a adapter for around 14€ so you can put other batteries inside. It’s quite big but lightweight so it’s an option to take on travels. You can’t change the lenses, it has a nice square format. 

Pentax 6×7 Medium Format
As the name says it has a photo size of 6×7. There are a few versions of this camera (like 67ii, 6×7,..). The 67 is a newer version of the camera. In my reasearch I found out that they say the newer versions and the MLU versions are more trustworthy. There’s a great buying guide here: The camera is very inconvenient for travelling but still I love to take it with me. It’s super heavy and super big. But compared to some other cameras still compact. There are nice lens options. My favorite one is the Takumar 105mm. Beautiful! It’s the combination I always use on my shoots. 
It’s quite expensive, that’s why it’s also worth considering importing it from Japan. But be careful to find a trustworthy seller (don’t let them send it as a gift). Needs a battery, you can change the viewfinder, heavy and big

Leica M2 Rangefinder
Last but not least the king of the cameras. The Leica M2 is probably the cheapest Leica you can currently get, for about 1000€. But keep in mind that the lenses will be expensive too! I didn’t get the chance yet to really test it, but I noticed a few things while shooting with it for the first time.  Focusing you image is quite hard and different compared to the other cameras. It will take quite some time. It’s very silent, which is nice. It doesn’t have a built in light meter but there’s the „Leica-Meter“. However this meter seems pretty difficult to use and depending on the battery very inaccurate. 

Hasselblad & Mamiya Some nice and very often used cameras are these two. I thought about getting a Hasselblad for a very long time. But both of these options are quite expensive. Also there are a lot of components you can get for the cameras which seemed like an endless way of spending money. Of course that also gives you a lot of opportunities (polaroid back, changing film in between,…) but for me that wasn’t worth it. I found my perfect match with the Pentax 6×7)

Fun cameras Of course all cameras are fun, or at least should be. But there are also cameras that you really just shoot for fun with. One of them are polaroid cameras, but I think all of you know about them. Then there’s the Pop9 / 3D camera. It’s from Lomography and a newer version. There are also older alternatives but they are quite expensive and difficult to find. With the Pop9 you can take the so called „wiggle pics“. It’s quite difficult to frame your picture with it but it’s fun seeing the end result. It has 9 lenses and captures 9 different frames you can put together as you like afterwards. 

Next steps? Conclusion so far:  If you want to start shooting film I would suggest you get a cheaper camera like the Canon AE-1 first (or similar Minolta,..). If you love the Medium format look as much as I do and know that’s the only thing you want, why not go for a medium format directly? I did and didn’t regret it once. 
In Part 2:- difference between 35mm and medium format- Metering light without spending money- Differences in film rolls
In Part 3:- Developing black and white film (+tips and tricks)